Wenn ‘s echte Christkind kommt

Welches Kind wartet jetzt nicht sehnsüchtig bis das Christkind endlich kommt? In einigen Familien kann man das durchaus wörtlich nehmen. Im Krankenhaus Zell am See beispielsweise haben drei schwangere Frauen genau am Heiligen Abend ihren Geburtstermin.

Die kleine Emilia darf Weihnachten schon daheim in Mittersill feiern. Für Mama Julia und Papa Martin Rauchenbacher das schönste Christkindl.

Beim Besuch derPinzgauerin auf der Geburtshilfestation schlummert das Wunschkind selig in Mamas Armen. Das hübsche Baby mit den dichten schwarzen Haaren hatte an dem Tag noch einen großen Auftritt für den Fotografen.

Auf die meist so gern verwendeten Hauben wurde bei den Aufnahmen verzichtet, damit man die unglaubliche Haarpracht sieht.

 

Auch Sandra Wallner aus Bramberg darf mit ihrem Baby Ben Weihnachten zu Hause mit seiner großen Schwester Lia feiern. Lia hat den Kleinen schon ins Herz geschlossen. Aber vom Christkind wünscht sie sich schon noch ein paar Packerl nicht nur den Bruder. Immerhin ist sie besonders brav, während Papa und Mama im Krankenhaus sind. 

Réné Nindl befand sich nämlich kurioserweise nach einer Operation bereits im Krankenhaus Zell am See, als bei seiner Partnerin Sandra die Wehen einsetzten. Wohl ein ziemlich einmaliger Fall, dass der werdende Vater schon vor der schwangeren Mutter im Kreißsaal ist …

Auch am Heiligen Abend steht  hier  ein professionelles Team bereit. Zwei Hebammen und zwei Ärzte werden am 24. Dezember auf der Geburtshilfestation ihren Dienst versehen. „Wer arbeitet wird im Vorfeld vereinbart. Vorzugsweise sind das Kolleginnen, die keine kleinen Kinder haben“, erklärt Barbara Schläffer, die leitende Hebamme. Der Einsatz im Kreißsaal laufe ab wie an jedem anderen Tag auch, eine Geburt sei ohnehin ein einzigartiges Ereignis und für die Eltern etwas ganz Besonderes.

Weihnachtliche Stimmung
Für die Frauen auf der Wochenstation bemühe man sich um eine weihnachtliche Atmosphäre. Jene Mütter, bei denen es medizinisch vertretbar sei, dürften nach Hause gehen, ein gutes Betreuungsnetz freiberuflicher Hebammen mache das möglich. Die anderen würden besonders aufmerksam umsorgt. Die Zeller Liedertafel kommt ins Krankenhaus und singt Weihnachtslieder. Es gibt auch ein besonders festliches Menü für die rund zehn Mütter, die sich über Weihnachten auf der Station befinden. Sie können bis zum Abend Besuch von ihren Familien bekommen. Im Nachtdienst nehme man sich dann besonders viel Zeit für Frauen. Psychologische Ansprache und menschliche Zuwendung seien in dieser Situation sehr wichtig, erläutert die Chefhebamme.

„Als mein heute 14 jähriger Sohn noch jünger war wurde das Fest verschoben, wenn ich am Heiligen Abend Dienst hatte“, erzählt Schläffer.  Rund 400 Geburten im Jahr verzeichnet das Krankenhaus Zell am See. Barbara Schläffer schätzt, dass sie selber bereits rund 1500 Kindern auf die Welt geholfen hat. “Jedes Mal ist es ein einzigartiges Erlebnis”, versichtert sie.

Vielleicht kann dieses Jahr ein Christkind in Zell am See begrüßt werden.

 

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