5 Sterne für Flüchtlinge

Jetzt is scho wieda was passiert! Ein Asylzentrum am Gaisberg nämlich. Hat es gestern noch geheißen der Standort wäre  ideal weil es keine Nachbarn gibt, blicken die vermeintlich nicht existierenden Anrainer heute recht grimmig vom Titelblatt der SN. Sie sind nämlich “sauer” und “entsetzt”. Nicht wegen der Flüchtlinge, sondern weil sie vom Innenministerium nicht informiert wurden. Hätte eh nix geändert, aber ärgern wird man sich ja noch dürfen …

Vom Nobelhotel zum Flüchtlingsquartier, das wäre eigentlich auch ein interessantes Modell für den Bräugasthof in Lofer.

Auch in diesem ehemals besten Haus im Ort freute man sich einst über prominente Besucher, wie Kaiser Franz Josef und Liz Taylor.

Seit  der Unternehmer Martin Herbst  das Haus vor einigen Jahren übernommen hat steht es leer.

Ihm gehört auch der ehemalige Botenwirt in Lofer, der dem Innenministerium nun als Quartier angeboten wurde. Als das vor kurzem publik wurde, wunderte sich Vizebürgermeisterin Karin Berger (FPÖ) öffentlich, dass ein Einzug der Asylwerber bis Ende Jänner verlautet wurde, obwohl noch keine Bewilligungen dafür vorlagen.

Das ehemalige Wirtshaus, steht ebenfalls schon länger leer, zuletzt diente es als Apres Ski Bar. Es ist wohl tatsächlich in eher desolatem Zustand. Da würde sich das Bräu viel besser eignen. Tät endlich wieder ein bissl Leben in den Ort bringen.

Obwohl es keine so grandiose Aussicht hat wie das Kobenzl. Die Bgm. Heinz Schaden den Flüchtlingen “vergönnt”, wie er sagt …

Das ist natürlich recht großzügig, aber ich denke diese Menschen haben andere Sorgen, als die Aussicht zu genießen.

6 Kommentare zu 5 Sterne für Flüchtlinge

  1. Liebe Gudrun, tatsächlich habe ich mich öffentlich gewundert, weil noch keine Genehmigungen vorliegen, die aber meines Erachtens wichtig wären um sicher zu stellen, dass es keine Gesundheitsgefährdung gibt. Ganz Lofer weiss, dass das besagte Gebäude schon sehr lange von Schimmel befallen ist und das auch nicht durch Überpinselungen weniger schädlich ist. Leider ist der “Quotendruck” so groß, dass es nur noch eine Frage von Tagen sein wird, bis die Leute dort einziehen. Wir können nur hoffen, dass es einigermaßen lebenswert gemacht wurde. Denn auch wenn dein Artikel vermutlich satirisch gemeint ist, sehe ich das so nicht als ehrliche und vor allem menschenwürdige Hilfeleistung. Eher besteht jetzt die Gefahr, dass landauf, landab “Unternehmer” ihre leerstehenden Gebäuden zur Verfügung stellen um daraus ohne größere Investitionen lukrative Einnahmen zu erzielen und im Angesicht der Tatsache, dass der Flüchtlingsstrom unaufhörlich weiter fliesst, die “Qualität” der Quartiere kein Augenmerk mehr sind. Eine Ungerechtigkeit ist meines Erachtens auch die Tatsache dass jeder Unternehmer im Normalfall unglaubliche bürokratische Hürden überwinden muss um einigermaßen arbeiten zu dürfen und alles rechtens zu machen. Hier werden Genehmigungen über Nacht erteilt…Fairerweise muss man ebenso hinterfragen wie es in unmittelbare und weitere Zukunft weitergehen soll. Wenn die Leute dann Asylstatus haben, muss man die Grundversorgung sicherstellen, Mindestsicherung, Wohnung usw. Wenn dann die Gemeinden überfordert zurückgelassen werden, wie schon jetzt, dann schaut die Sache schon ein wenig anders aus. Wenn die Prophezeiung v. LH Erwin Pröll stimmt, dass in 2015 noch 40.000 Flüchtlinge nach Österreich kommen werden, dann übersteigt das die Vorstellungskraft wie man das dann bewerkstelligen soll. Und ja, dann werden vermutlich nicht nur die “Nobelhotels” herhalten müssen. Vielleicht bleibt es dann auch nicht aus, dass sämtliche Privathaushalte verpflichtet werden Leute aufzunehmen.Dann können alle die jetzt große Sprüche klopfen, zeigen wie weit der soziale Gedanken reicht!

    • Am Freitag wurde mir mitgeteilt, dass alle Bewilligungen vorliegen, und man nur noch auf die Zuweisungen der Flüchtlinge warte…

      Mein Beitrag ist natürlich zynisch gemeint, weil es einfach zynisch erscheint, dass solche ausrangierten Quartiere noch flüchtlingstauglich gemacht werden. Von mir aus sollen in der Platz-Not auch minder-geeignete Gebäude zum Einsatz kommen. Aber dieses System, dass Eigentümer mit ihren unbrauchbaren Objekten auf diese Weise noch Einkommen lukrieren und womöglich Nachbarn ärgern können, ist bedenklich.

      Im Fall von Lofer würde es immerhin noch weitere leer stehende Objekte geben, die in besserem Zustand wären …

      Prophezeiungen von Landeskaisern nehme ich nicht sehr ernst. Natürlich kann die Situation sich noch verschärfen. Aber wenn man bedenkt, dass der Libanon, ein Land das ohnehin von jahrelangem Bürgerkrieg gezeichnet ist, 1 Million syrischer Flüchtlinge aufgenommen hat, das sind ein Viertel der Bevölkerung!

  2. z. Auskunft die Du erhalten hast, nur soviel:
    morgen Montag 02.02 ist erst die Begehung durch die BH – wobei das erst am Freitag 30.01 bekannt gemacht wurde – also im wahrsten Sinne des Wortes Hauruckaktionen wo sich nicht mal mehr die Nachbarn überhaupt zu Wort melden können. Fügt sich ja schön im Gemeinwohl-Ansinnen!

    • Aha, da bin ich ja gespannt, was dabei herauskommt. Schon seltsam, dass sowohl der Betreuer des Hauses, als auch das Büro der zuständigen Landesrätin davon ausgegangen sind, dass die Bewilligungen bereits vorliegen!?

      Ich nehme an, das Gemeinwohl ist ziemlich situationselastisch

  3. Anton Millinger

    Asyl gewähren ist keine Abzocke sondern höchst ehrenwert!

    Situationselastisch ist ein super Stichwort wenn man bedenkt wie Lofer unbürokratisch verhindert das man ein GemeindeWohlResort bekommt.
    Sich dann aber im Gegenzug aufregen, dass man unbürokratisch Asylanten beherbergen darf hat sprichwörtlich einen biblischen Ansatz.
    ” Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein”! – es wird Salomo zugeschrieben:
    http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/altes-testament/ketubimschriften/sprueche-proverbien/

    Wer Gutes verhindert erntet sprichwörtlich noch mehr Gutes!
    (es muss ja nicht immer eine negative Grube sein)

    Ich glaube fest daran das Lofer auf einem richtigen Weg ist wenn man den Asylanten hilft. Wenn sie gut betreut werden dann wird sich Ausgrenzung in ein mitmenschliches Miteinander umwandeln.

    • Toni, ich bin natürlich dafür, dass Flüchtlinge aufgenommen werden, habe aber nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich diese Kleinst-Unterkünfte in Provinzgemeinden aus vielen Gründen für nicht sehr geeignet halte.

      Einer davon ist die unterschiedliche Qualität der Betreuung und Unterkünfte. Es gibt eben unter den Vermietern, die ihre Gebäude zur Verfügung stellen leider viele, die das nicht aus reiner Nächstenliebe tun.

      Daher finde ich das System im Oberpinzgau, wo das der Regionalverband macht, viel sinnvoller, weil er doch eine gewisse Professionalität und Qualität gewährleistet.

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