Grüner Rückblick

Silvester, Zeit sich kurz noch einmal über 2016 Gedanken zu machen.

Grün ist dieses Jahr bei mir ausgefallen. Nicht nur weil der von mir bevorzugte grüne Kandidat zum Bundespräsident gewählt wurde, sondern weil ich völlig überraschend meinen grünen Daumen entdeckt habe.

Garten

Ausgangspunkt: Ein verwahrloster Dschungel

Start, 1. April

 

Ziel: Dem Fleck Wildnis zumindest ein paar Kräuter, ein bisschen Salat und hoffentlich etwas Gemüse abzutrotzen

 

 Resultat: Ein  Paradies

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(An dieser Stelle sind Ausrufe der Bewunderung durchaus willkommen)

DiePinzgauerin, die Zeit ihres Lebens den ihr anvertrauten Zimmerpflanzen unvermeidlich den Garaus machte, entdeckte eher zufällig das Garten-Gen in sich. Wobei vermutlich in jedem Menschen ein Garten-Gen schlummert, es aber nicht immer eine Chance bekommt sich zu entfalten. (Im Übrigen bin ich überzeugt davon, dass in jedem Menschen auch ein Katzen-Gen steckt, das dazu führt, dass wir diese kleinen Monster einfach lieben müssen, wenn sie uns zu ihren Mitbewohnern erwählen!)

Stockrose

 

Gen hin oder her, das bedeutet letztendlich nur, dass man plötzlich an keiner Gärtnerei und keinem Baumarkt mehr vorbeikommt, ohne mal kurz zu schauen was es so gibt. Es bedeutet, dass man plötzlich nicht mehr aufhören kann zu buddeln, zu rupfen, zu setzen, zu schauen, zu kaufen … Es bedeutet, dass man jede freie Minute auf diesem Flecken Erde verbringt.

Und auf einmal keine größeren Sorgen mehr hat, als das Wetter und wer einem die kostbare Ernte streitig macht. Brexit, Trump, Syrien – die leidigen Probleme der Welt verblassten angesichts der Schnecken, die das Erdbeer-Schlaraffenland eroberten.

Denen hat’s besonders gut geschmeckt, weil der Garten bio ist.  Kein Gift erlaubt. Sämtliche Alternativmethoden sind allerdings nutzlos, glaubt es mir Leute, ich hab alles probiert. Asche, Eierschalen, Kaffee, Kupferdraht und sogar Schafwolle, von der mir gesagt wurde, dass sie da auf keinen Fall drüber kriechen. Von wegen! In flagranti ertappt!

Erdbeeren

Dabei hab ich nicht nur um das Erdbeerbeet, sondern auch um die einzelnen Pflanzen Schafwolle ausgelegt – die haben mich ausgelacht, die Biester und sich die Erdbeeren schmecken lassen.

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(Suchbild: Finde den Störenfried!)

 

Nicht einmal die strenge Bewachung durch den Kater hat etwas genützt …

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Er hat sich mitten im Beet auf die Lauer gelegt und so gefährlich wie möglich geschaut. Das hat sie aber nicht sonderlich beeindruckt.

 

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Um zumindest nächstes Jahr ein paar Erdbeeren ernten zu können hab’ ich ein paar Pflanzen im Hochbeet angesiedelt. Und siehe da – auch hier hat der Lauser seine Beschützerinstinkte entfaltet …

 

Ehrlicherweise muss man ja gestehen, dass Katze und Garten keine glückliche Kombination ist. Pflanzenfreunde, die ihr Herz an Goldfische hängen, haben es sicher einfacher. Obwohl der Kater den Garten liebt, und alle neuen Errungenschaften freudig begrüßt hat. Stolz durch die Beete marschiert ist, als hätte er die Pflanzen höchstpersönlich gehegt und gepflegt. Leider aber der irrigen Ansicht war, es handle sich um ein besonders exklusives Freiluft-Katzenklo.

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Ansonsten war  chillen im Lieblingssessel angesagt. Wenigstens einer von uns hatte Zeit, die ganze Pracht auch zu genießen. Ich war ja leider zu beschäftigt …

In schwachen Momenten hab’ ich mir sogar erlaubt, mich auf den Winter zu freuen. In der naiven Annahme, da wäre endlich zwangsläufig Ruhe! Jeder Gartenmensch wird jetzt wissend schmunzeln. Denn in Wahrheit fordert uns so ein Paradies ja 365 Tage im Jahr. Und das ist gut so …

P.S.: Weil das Paradies an einem stark frequentierten Wander- und Radlweg liegt, gab’s natürlich auch jede Menge Kommentare zum Gartengeschehen. Meine Highlights: “Wer hat denn das gemacht?”, “Wo hast du das abgeschaut?”, “Das hätte ich dir gar nicht zugetraut.” Hab’ übrigens alle als Kompliment gewertet :-)

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