Eating Animals

Hahn, Katze, Hund und Esel stehen übereinander und symbolisieren Freundschaft und Freiheit.Es waren einmal ein Hahn, eine Katze, ein Hund und ein Esel. Jahrelang hatten diese vier Tiere ihren Menschen gute Dienste geleistet. Im Alter waren sie ihren Besitzern jedoch nicht mehr nützlich und sollten geschlachtet werden. Es gelang ihnen aber zu fliehen und sie lebten als Bremer Stadtmusikanten noch ein glückliches Leben als Tierpensionisten.

So weit so happy End. Wie das in Märchen eben so ist. In Wahrheit macht sich außer Michael Aufhauser mit seinem Gnadenhof kaum jemand Gedanken darüber, was mit Tieren nach ihrem „Arbeitsdasein“ passiert. Und schon gar nicht, was mit Tieren während ihrer produktiven Zeit passiert.

Es ist Welttierschutztag und außer ein paar Fundis interessiert das kaum jemand.

Ja eh, in der Zeitung war ein kleiner netter Beitrag darüber, wie viele Haustiere Herr und Frau Österreicher-in besitzen und wie viel Geld sie dafür ausgeben. Im Radio wurde der Tag ein paar Mal erwähnt und der Präsident der Salzburger Landwirtschaftskammer machte aus gegebenem Anlass sogar eine Aussendung. „Fahrlässigkeit im Umgang mit Tieren passiert meist nicht durch Missachtung von Gesetzen sondern durch mangelnde Information über die Bedürfnisse von Tieren“ meint Franz Eßl. Die Produktion von Lebensmitteln in Österreich erfolge unter Beachtung sehr hoher Standards. “Wer es mit dem Tierschutz ernst meint, sollte beim Kauf von Lebensmitteln auf die Herkunft achten”, fordert der Präsident.

booksWäre schön, wenn das die KonsumentInnen beherzigen würden. Aber Appetit und Budget scheinen bei der Kaufentscheidung eine wichtigere Rolle zu spielen. Allen Skandalen zum Trotz. So sehr das eigene Haustier geliebt und verhätschelt wird, bei Rindern, Hühnern und Schweinen hört die Tierliebe offensichtlich auf. Keine Sorge, ich gehe nicht näher auf das Thema ein. Das haben viele AutorInnen schon ausführlich gemacht. Wer sich damit auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich das Sachbuch „Tiere essen“. Als der Autor Vater wurde, hat er sich Gedanken über die Ernährung seines Kindes gemacht. Und zu recherchieren begonnen. Herausgekommen ist ein erschütternder Bericht über die Praktiken der Massentierhaltung.

Achtung: Könnte eure Essgewohnheiten beeinflussen.

 

Krapfenmeister

Bäuerliche Krapfen auf einem Tablett, bereit zur Verkostung beim Bauernherbst.Bauernkrapfen Challenge! Nein, es geht nicht darum, wer am Meisten essen kann, sondern wer sie am schnellsten herstellt.

Bauernherbst bedeutet auch Hochsaison für Bauernkrapfen.

Die mit Sauerkraut oder Marmelade gefüllten Krapfen haben die Veranstaltungen erobert. Bei mir daheim haben sie Germkiachl geheißen, die süße Variante war bei uns leider nicht üblich. Bei den Festen sie sie ein Bestseller und werden meist von den Bäuerinnen verkauft. Read more…

Werbeopfer

Kinder zeigen mit Rucksäcken lächelnd das Raika-Maskottchen in der Schule.

Interessant. „Das Raika Maskottchen summt an unseren Schulen und überrascht alle Taferlklassler mit Rucksäcken“. Neid! Cool, ein Sumsi Rucksack, das hätte mir damals auch gefallen. Und eine Ö3 Wundertüte zum Schuleinstand, die hätte ich auch gern gehabt! Kein Wunder, dass die Kinder sich über diese PR Aktionen freuen. Aber wollen wir wirklich, dass der Werbewahnsinn auch in den Schulen wütet? McDonalds verteilt bereits Essensgutscheine an den Schulen, Cola stellt Getränkeautomaten auf und was kommt als Nächstes?

H&M sponsert womöglich T-Shirts, IKEA könnte die Schulbänke zur Verfügung stellen… Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Warum auch nicht? Ist ja nichts dabei. Wurde mir jedenfalls von einer Lehrerin erklärt. Auf meine Frage, wieso die Schulen da eigentlich so brav mitspielen. Ich hab‘ als Kind ja auch eine Sumsi Spardose gehabt, die ich heiß geliebt habe. Vom Raika Hubert hab‘ ich die bekommen. Auf der Bank, als ich am Weltspartag ausleeren gegangen bin.

Liebe Firmen und Konzerne! Wenn ihr so gern unsere Kinder beschenkt, dann macht das doch bitte in euren eigenen Filialen und Instituten. Dann haben die Eltern zumindest die Wahl, ob ihr Kind sein Geld lieber zu Sumsi oder Sparefroh trägt. Und ob es mit der Kronenzeitung lesen lernt, während es Junk Food mampft! In Schulen und Kindergärten habt ihr in meinen Augen nichts verloren.

Fleisch- & freudlos?

„Der Autor nachfolgender Zeilen beobachtet, dass im vegetarischen Supermarkt oft nicht nur die Ware ein bisschen welk, sondern auch ihr Käufer blass aussieht.“ Soweit Herr Andreas Schwarz in einer aktuellen Glosse im Kurier.

Keine Ahnung woher der Schreiberling, bekennender Leberkäsefan, diese Erkenntnis gewonnen hat. Scheint er doch nicht wirklich der Typ, der sich in vegetarischen Supermärkten herumtreibt. Aber das Klischee von den freudlosen Vegetarierern mit ihrem noch freudloseren Essen, das kommt in der Gesellschaft anscheinend immer noch gut an.

Bunte Geburtstagskarte für Vegetarier mit humorvollem Spruch über Fleischlust.DiePinzgauerin ist inzwischen schon länger Vegetarierin, als sie Fleisch gegessen hat.

Deswegen sehe mich weder als Moral-, noch als Gesundheitsapostel.  Ich habe vor langer Zeit für mich entschieden, aus ethischen Gründen kein Fleisch zu essen. Seither bin ich weder verhungert, noch an Mangelernährung zugrunde gegangen, wie mir vielfach prophezeit worden ist. Vor allem aber habe ich noch nie das Gefühl gehabt mir etwas zu versagen und ich träume auch nicht jede Nacht von Schnitzel und Grillhendl.

Das einzig Lästige an meinem Lebensstil ist, dass ich ihn ständig verteidigen muss. 

Haha, ja ich weiß schon, Salatköpfe haben auch eine Seele und ich esse den armen Tieren ihr Futter weg.  Diese komische Sekte zu der ich gehöre,  plant sicher bald die Übernahme der Weltherrschaft… So weit so hinlänglich bekannte „Scherze“.

Aber selbst hartgesottenen Vegetarierinnen wie mir kommen immer wieder Argumente unter, die mich sprachlos machen. Aktuell eine sogenannte polemische Betrachtung von Michael Stadler in den Pinzgauer Nachrichten. Unter dem Titel „Kulinarischer Ariernachweis“ (!) behauptet Stadler, Essen werde immer mehr zur Glaubensfrage, „Es gibt viele verschiedenen Bekenntnisse“.  Zu Veganern/Vegetariern fallen dem Autor wahrlich haarsträubende Assoziationen ein:

„Als bedenklich erweist sich der missionarische Eifer von manchen dieser Glaubensvertreter. Vereinzelt halten sich Vegetarier tatsächlich für moralisch bessere Menschen. Sie bekommen dann oft zu hören, dass auch Hitler Vegetarier war. Dies hat jetzt aber überhaupt nichts mit dem historischen Ariernachweis und der Ausgrenzung von „Nichtariern“ […] durch die Nationalsozialisten zu tun. Das war das Produkt einer zutiefst menschenverachtenden Rassenideologie“. 

Polemisch betrachtet klingt das in meinen Ohren nach Rinderwahnsinn!

Übrigens halte auch ich mich tatsächlich für einen moralisch besseren Menschen, der keine Tierquälerei unterstützt. Das schließt aber nicht aus, dass ich nicht in anderer Hinsicht  zu jeglichen schändlichen Taten bereit wäre. Womöglich könnte ich eine Bank überfallen, das dritte Gebot Gottes missachten oder Politikerin werden. Was macht das also aus mir? Eine Person mit menschlichen Fehlern und Schwächen, die sich erlaubt ihre Mitmenschen rein dadurch zu provozieren, dass sie nicht isst, was bei ihnen mehmals täglich am Speiseplan steht …

Seit 1977 findet am 1. Oktober der Weltvegetariertag statt. Und wir werden immer mehr … Waren es 2005 noch rund 230.000, sind es inzwischen schon 760.000 ÖsterreicherInnen, die sich fleischlos ernähren, das sind 9 % der Bevölkerung. Dennoch kein Grund zur Panik Herr Stadler. Wir werden ihnen ihren Schweinsbraten nicht wegnehmen. Aber hoffentlich eines Tages dafür sorgen, dass die Auswüchse der Massentierhaltung bald nur noch eine Fußnote der Geschichte sind.

Der Lauser

Schlimme Tiger-Entzugserscheinungen!

DiePinzgauerin entwickelt sich daher zunehmend zur Katzenmama für die benachbarten Miezis.  Da ist der weiße Ferdi mit dem Tigerschwanz. Der schaut nicht nur optisch aus wie ein Verwandter vom Tiger, er war praktisch wie ein großer Bruder für meinen Mitbewohner. Lange hat er den Annäherungsversuchen und Spielaufforderungen meines kleinen Schatzes keine Beachtung geschenkt. Hat ihn einfach höflich ignoriert, wenn der Tiger ihn unverdrossen immer wieder freudig umworben hat. Jetzt sitzt er täglich erwartungsvoll vor meiner Tür und ich habe das Gefühl er vermisst den kleinen Kerl auch.

Mit dem schwarzen Kater von den anderen Nachbarn war der Tiger aber eher auf Kriegsfuß. Das freche Vieh heißt tatsächlich Lauser. Man glaubt es kaum, denn der Name ist in dem Fall wirklich treffend. Zu Lebzeiten des Tigers hat er uns beide ziemlich genervt, weil er nur darauf gewartet hat, sich Zugang zum Haus zu verschaffen.

Er ist hier ständig auf der Lauer gelegen, und sobald ich die Haustür aufgemacht habe, ist er herein geschossen und zum Fressnapf vom Tiger gestürmt. Hab‘ ich ihn gepackt und hinausgeworfen, ist er an mir vorbei sofort wieder ins Haus gerannt. Selbst Radikalmaßnahmen wie anspritzen haben ihn nicht beeindruckt. Der stammt aus dem Tierheim und muss sich sein zu Hause mit drei Katzenkonkurrenten teilen. Da ist er wohl einen raueren Umgang gewohnt.

Kätzchen schlüpft neugierig durch einen Spalt in einer Holztür.

Wenn ich die Tür wieder zugemacht und ihn rausgesperrt habe, hat er heftig an die Tür geklopft und miaut. Das klingt lustig, war’s ja eigentlich auch, mit welcher Gier er sich über den Napf gestürzt hat, und wie zielstrebig er immer wieder probiert hat ins Haus zu kommen.

Andererseits war es auch ziemlich nervig, weil der arme Tiger  jedes Mal einen hysterischen Anfall bekommen hat und ich natürlich meinen Kater beschützen wollte.  Als der Lauser das erste Mal so bei uns eingedrungen ist, hab‘ ich ja noch gedacht mein Tiger würde sein Reich wohl selber verteidigen, aber er hat mich nur flehentlich angeschaut und ist hilflos im Vorhaus herumgeirrt.

Jetzt mache ich mir Vorwürfe, dass ich ihn vielleicht nicht genug beschützt habe! Am Ende ist ihm die ganze Aufregung zuviel geworden?

Jedenfalls scheint der Lauser mich jetzt als seine Katzenmama adoptiert zu haben. Da ich den Tiger ja nicht mehr verteidigen muss, jage ich den frechen Eindringling nicht mehr aus dem Haus, wenn er mich besuchen kommt. Das hat dazu geführt, dass er es sich inzwischen täglich bei mir recht gemütlich macht, und schon fast hier eingezogen ist. Am liebsten schläft er auf dem Kratz-Korbsessel vom Tiger. Auf der Matte unter der Haustür liegt er auch sehr gern – als wäre er der Chef hier …