Wallfahrtssonntag

Wieder einmal in Kirchental Kraft getankt. Leider notgedrungen nur zu Fuß, ohne Schlitten gepilgert.

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Von einer winterlichen Pracht, wie auf dem schönen Bild von Helmut Hierner, kann man heuer nur träumen. Das Werk hängt beim Brandlwirt in Saalfelden in der Gaststube, die Wirtin hat es zum Geburtstag bekommen.

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Das linke Gebäude wird darauf ziemlich beschönigend dargestellt. War es doch jahrelang ein regelrechter Schandfleck in dem harmonischen Ensemble.

Jetzt wurde es endlich renoviert und fügt sich nun perfekt in die prächtige Umgebung.DSC04975

 

 

Inzwischen wohnen die Schwestern  darin und hauchen dem Haus neues Leben ein.

 

Wir Bettler

Aktueller Lokalaugenschein in der Salzburger Bettel-Szene:

Für die letzte Recherche anlässlich der Aufhebung des Bettelverbotes musste ich die „Problem-Menschen“ noch mühsam suchen, obwohl sie angeblich so Viele waren, dass sie  als große Belästigung empfunden wurden.

Diese Woche waren sie in der ganzen Stadt tatsächlich sehr zahlreich anzutreffen. An jeder Ecke, auf jedem Platz hocken Frauen und Männer und halten einen Becher in der Hand. Aber niemand hat mich belästigt und ich wurde auch nicht „auf Schritt und Tritt um milde Gaben angegangen“, wie das Kollegin Wörgetter heute in den SN beschreibt.

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Im Gegenteil. Der ältere Herr aus der Slowakei mit dem unglaublich ausdrucksstarken Gesicht,  fühlte sich sehr unwohl als ich ihn gefragt habe ob ich ihn fotografieren dürfe. Wie hätte er sich auch wehren sollen? Weglaufen, mit den Händen das Gesicht schützen? Er ließ sich von mir belästigen und es geschehen, ohne zu wissen, ob er nicht auf einem Plakat als Synonym für die Bettlermafia enden würde …

Diese Häufchen Elend in der reichen Stadt des Herrn Jedermann sind zum unrühmlichen Wahlkampfthema geworden. Würde hier nicht auf dem Rücken von wehrlosen Menschen Parteipolitik betrieben, man müsste fast die Kreativität der Ideen loben:

Allen voran das „Team Salzburg“, das Flyer verteilt, man möge den Bettlern kein Geld geben, weil es sich nicht um bedürftige Menschen handle. Die sitzen wahrscheinlich den ganzen Tag auf der Straße weil das so lustig ist Herr Mainoni!

Origineller sind da schon die „Bürger für Salzburg“, die ein Bettlerkontingent fordern. Bin gespannt, wie die listigen Bürger das durchsetzen wollen. Am besten wieder mittelalterliche Befestigungen hochziehen, die Tore aktivieren, und dann darf nur in die Stadt, wer eine goldene Visacard vorweisen kann.

Man könnte natürlich gleich zu rigoroseren Maßnahmen greifen: In England wurden Bettler und Landstreicher im 16. Jahrhundert durch Auspeitschen und Brandmarken bestraft.

Thomas Wizany hat das heikle Thema mit seiner unvergleichlich spitzen Feder aufgegriffen:

 

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Auf ewig dein?

Der Valentinstag gilt  in vielen Ländern als Tag der Liebenden. Bereits seit dem 15. Jahrhundert ist es in England üblich, dass sich Paare Gedichte schreiben oder kleine Geschenke machen. Gedichte werden vom Schatz heute wohl eher nicht mehr erwartet, aber Blumen und Süßigkeiten sind fast schon ein Muss geworden. Auch die Dessousindustrie soll an diesem Tag ihre helle Freude haben…

In Italien treffen sich die Liebespaare an Brücken und bringen dort ein „Liebesschloss“ an. Manche versehen es mit ihren Initialen, einem  Datum, und auch Liebesschwüren. Der Schlüssel wird ins Wasser geworfen, verbunden mit dem Wunsch auf ewige Liebe!

Dieser Brauch hat sich auch in Österreich durchgesetzt, wie man an vielen Brücken beobachten kann. In Salzburg ist vor allem der Makartsteg ein willkommenes Ziel der Liebenden. Rührend, all diese Hinweise auf innige Gefühle und ewige Zweisamkeit. Ewig?

In Österreich werden 43 % der Ehen geschieden, das sind 17.000 Bindungen, die vorzeitig in die Brüche gehen und nicht der Tod scheidet. In Salzburg trennen sich 39 % der getrauten Paare, da sind die nicht-offiziellen Beziehungen gar nicht mit eingerechnet.

Vielleicht sind es ja deshalb bereits so viele Schlösser, weil auch mit neuen Partnern immer wieder ein Schloss angebracht wird. Jedes Mal in der Überzeugung, diesmal den oder die Richtige gefunden zu haben. Schön wenn die Hoffnung allen Statistiken und nackten Fakten trotzt ;-)

Namensänderung

Wer mit seinem Vornamen unglücklich ist, hat zumindest einmal im Jahr die Gelegenheit, ganz unbürokratisch einen anderen Namen zu verwenden. Der 13. Februar gilt seit 1987 als „Ändere-deinen-Namen-Tag“.

Also ehrlich gesagt ist auch diePinzgauerin mit dem von ihren Eltern ausgewählten Namen nicht wirklich zufrieden. Gudrun, schrecklich germanisch! DSC03159

Seine Bedeutung  ist allerdings nicht unspannend. Er setzt sich aus dem althochdeutschen gunt (Kampf) und rúna (Geheimnis) zusammen und wird als die kämpferische Geheimnisvolle gedeutet.

In Schweden ist er weit verbreitet und gilt als alter nordischer Name.  Dort heißt er übersetzt:  die das Geheimnis der Götter kennt (von schwedisch „Gud“ = „Gott“).  Schön wär’s!

Aber das ist noch nicht alles, mein Name hat immerhin ein eigenes Lied! Okay, das haben andere auch. Da fallen einem ein: Julia – Beatles, Jeanny – Falco, Maja – Karel Gott, Cassandra – Abba, Yoko – John Lennon, Angie – Rolling Stones,  Madelaine – Die Toten Hosen…

Aber das Gudrunlied (auch Gudrunsage) ist ein strophisches Heldenepos. Neben dem bekannten Nibelungenlied ist es das zweite große Heldenepos der mittelalterlichen deutschen Literatur. Da ist einem ein anonymes Heldenepos doch allemal lieber als ein Karel Gott, obwohl Gott, täte schon auch passen ;-)

Pinzgau meets Africa

Erfreuliche Erkenntnis! Die Pinzgauer begeistern sich nicht nur für Schuachplattln und Musikantenstadl! Wir wissen das natürlich, aber wie wir an dieser Stelle kürzlich festgestellt haben, ist es für alternative Veranstaltungen oft dennoch schwierig, Publikum anzulocken.

Das Konzert der Gruppe „African Spirit“ im Kunsthaus Nexus war nicht nur sehr gut besucht, das Publikum ließ sich begeistert mitreißen von der Virtuosität und Lebensfreude der Musiker. Die Zuhörer hielt es gar nicht auf den Sesseln, sie schwangen die Hüften zu den heißen Rhythmen. „African Spirit“ setzt sich zusammen aus Musikern von verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents, darunter Mali, die Elfenbeinküste und Burkina Faso.  Zwei Mitglieder aus Ungarn und Österreich bilden das verbindende Element zwischen Afrika und Europa.

Das Konzert bildet den Auftakt für einen Ethno-Schwerpunkt vom Kulturverein Vaust. Dieser wird im Juni mit einem großen Afrikafest mit Musik, Lesungen, Workshops etc. fortgesetzt. (Infos unter facebook.com/VaustKultur). So eine explizite Schwerpunktreihe wurde bisher noch nie gesetzt, der Verein will damit neue Wege beschreiten. Die Anregung dazu kam von Abdelaziz Baraka Sakin, einem in Österreich lebenden Schriftsteller aus dem Sudan. Vaust hat gemeinsam mit dem Kunsthaus Nexus die erste Auflage seines Buches „Al Jungo: Stakes Of The Earth“ ermöglicht.

Wenn das Ethno Konzept gut angenommen wird, soll es ein fixer Programmpunkt werden und jedes Jahr stattfinden.  Wäre sicher eine interessante Nische neben den etablierten traditionellen Veranstaltungen.